Fastenzeit

Da morgen die Fastenzeit beginnt, habe ich einen Blogpost dazu vorbereitet, in dem ich über die Fastenzeit an sich, meine letzten Fastenzeiten und meine Vorsätze für dieses Jahr schreibe.

Fastenzeit – für viele bedeutet das Verzicht. Aber warum und was ist die Fastenzeit überhaupt?

Woher die Fastenzeit genau kommt, ist nicht ganz sicher, aber grundsätzlich handelt es sich um eine 40 Tage lang andauernde Zeit, in der auf Ostern vorbereitet wird. Beginn ist der Aschermittwoch – Ende ist zu Beginn der Abendmesse am Gründonnerstag. In der katholischen Kirche ist in der Fastenzeit nur eine schlichte Mahlzeit am Tag erlaubt, sowie Snacks, um trotzdem leistungsfähig zu bleiben. An den zwei Randtagen sollen außerdem keine Fleischspeisen zur Nahrungsaufnahme herangezogen werden.

Was bedeutet die Fastenzeit für mich?

Für mich bedeutet die Fastenzeit nicht Verzicht (auf Essen), sondern eher eine Möglichkeit etwas Neues auszuprobieren, neues Verhalten zu erlernen, Dinge auszuprobieren und Freude an Neuem zu gewinnen. Jedes Jahr aufs Neue setze ich mich vor der Fastenzeit intensiv damit auseinander, was ich erreichen oder ändern will. Denn diese Zeit stellt für mich auch eine Möglichkeit dar, alte und schlechte Verhaltensmuster zu durchbrechen und loszuwerden. Und selbst wenn ich auf Schokolade verzichte, ist das für mich kein Verzicht oder gar eine Einschränkung, sondern eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle.

Wie waren meine letzten Fastenzeiten?

Generell will ich gleich vorhin wegnehmen, dass ich noch nie streng nach katholischen Regeln gefastet habe oder fasten werde.

Seitdem ich denken kann, gab es bei zu Hause an den zwei Randtagen nur vegetarische Kost und keine Süßigkeiten, außer mein Geburtstag fiel auf einen Aschermittwoch, dann gab es trotzdem Torte. In den Tagen dazwischen ernährten sich meine Familie und ich immer so wie wir es gewohnt waren – eine gesunde Mischkost. Diese „Regeln“ werde ich auch immer, mit ein paar Abwandlungen, beibehalten.

Im Gymnasium stellten eine Freundin und ich uns zwei/drei Jahre hintereinander der Herausforderung, während der Fastenzeit keine Süßigkeiten (außer unsere Geburtstage fielen in diese Zeit – dieser Tag wurde für den Betroffenen dann ausgenommen) zu essen. Eine lustige und spannende Herausforderung.

Wie bereits erwähnt, ich kann es nicht oft genug sagen,  verbinde ich aber nicht Einschränkung oder Verzicht mit der Fastenzeit, unter anderem deswegen, weil ich nach der 40-tägigen Zeit wieder so wie zuvor leben kann/will/darf und sehe diese 40 Tagen deswegen als Möglichkeit an, Neues auszuprobieren. Das führt mich somit auch gleich zum ersten Beispiel meiner Bandbreite an verschiedenen „Fastenzeit-Zielen“.

Meine Schwester und ich nahmen uns einmal vor, jeden Tag einen selbstgemachten Smoothie zwischendurch zu trinken.

Einmal wollte ich vermehrt sportlich sein und machte deshalb täglich eine bestimmte Anzahl an Liegestütze und Sit-ups zusätzlich zum „normalen“ Sport und versuchte auch öfter Laufen zu gehen (Das war zu einer Zeit, in der ich den Dauerlauf langweilig fand, obwohl mir das Laufen an sich Spaß machte.).

Ein anderes Mal nahm ich mir vor eine neue Sprache zu lernen und mich deshalb an vier Tagen in der Woche zu je 2 Stunden zu den Unterlagen zu setzen.

Da ich manchmal etwas faul bin, was das Schminken angeht (bei meinem Schminken, wo man bei einem Meter Abstand sowieso nicht nachvollziehen kann, ob ich Wimperntusche trage oder nicht, ist das auch wirklich seeehr viel Aufwand), nahm ich mir einmal vor, jeden Tag Wimperntusche aufzutragen.

Eine absurde Idee nach der anderen habe ich schon durchgezogen. Nahezu alle Bereiche des Lebens habe ich schon abgedeckt, Ernährung, Sport, Musik, Hobbies, Verhalten (auch gegenüber anderen Personen), Angewohnheiten, bessere Leistungen/ mehr lernen, … Oft hielt ich die neu erlernten Verhaltensmuster noch lange bei, besonders wenn es um das Sportliche ging. Essenstechnisch war und ist es meistens wirklich nur eine Challenge mit Anfang und Ende, da ich mich ohnehin (wie ich finde) gesund genug ernähre und nicht viel ändern will und brauche. Aber genau so etwas macht die Fastenzeit für mich aus – mich nicht nur auf andere Essgewohnheiten zu fokussieren, sondern auch andere Dinge im Leben in Erwägung zu ziehen.

Was habe ich mir für dieses Jahr überlegt?

Auch heuer hatte ich wieder eine lange Liste an Vorsätzen, aber ich belasse es lieber bei ein paar wenigen, bevor ich dann vieles nicht schaffe.

Bezüglich Essen will ich mich einen Tag in der Woche vegan ernähren (der Kakaoverzicht in der Früh wird da wohl das Schlimmste). Vegan nicht, weil ich „auch so cool und modern sein will“, sondern weil ich dann automatisch neue Gerichte ausprobieren muss. An mindestens zwei, eher drei Tagen will ich Fleisch/Fisch essen. Das habe ich teilweise nur einmal in der Woche geschafft und deshalb will ich das jetzt ändern. Täglich am Speiseplan stehen Obst und Gemüse, was ich ohnehin an Minimum sechs Tagen in der Woche schon esse und was Süßigkeiten betrifft, will ich den Konsum auf drei Tage in der Woche beschränken. Wenn ich schon bei Süßigkeiten bin, will ich außerdem nicht andauernd in mein Trockenfrüchteglas greifen, sondern bei Gusta auf etwas Süßes, lieber ein Brot mit (pikantem!) Aufstrich, einen gesunden Riegel, oder eine andere kleine Zwischenmahlzeit greifen. Oft erwische ich mich erst dann, wenn wieder extrem viel fehlt, oder das Karamell-Aufstrich-Glas etc. leer ist. Das will ich auf jeden Fall in das Positive hin ändern. Natürlich sind Trockenfrüchte sehr gesund, deshalb bin ich auch stolz auf mich, Trockenfrüchte der Schokolade vorzuziehen, aber bevor ich den ganzen Nachmittag, jedes Mal beim Vorbeigehen ein/zwei Stück herausnehme, bereite ich mir lieber gleich eine „gescheite“ Mahlzeit zu. Ihr wisst bestimmt, was ich meine.

In sportlicher Hinsicht will ich zu meiner normalen Sportroutine, die ohnehin sehr ausgereift ist versuchen, gleich in der Früh noch vor dem Frühstück, aber nach meinem Glas Wasser, 20 Liegestütze zu machen. Einerseits taumle ich dann nicht mehr so verschlafen in die Küche, andererseits kann ich sie dann nicht mehr vergessen und bin gleich noch viel munterer. Ich möchte auch mindestens 2 Mal zumindest 20 Minuten Yoga machen, weil es mir einfach gut tut. Den Schwerpunkt werde ich hierbei auf das Dehnen legen, da ich das ohnehin öfter tun sollte. Ein weiteres Mal pro Woche möchte ich noch reines Krafttraining machen, da nur Ausdauertraining zu einseitig ist.

Persönlichkeitsbezogen will ich optimistischer sein, kleine Probleme kleine Probleme sein lassen, mit einem Lächeln in den Tag starten – diesen auch so beenden, den Alltag genießen und dem Leben positiv entgegenblicken.

Was ist, wenn ich etwas nicht schaffe?

Grundsätzlich habe ich jede Fastenzeit bis zum bitteren Ende durchgezogen, deshalb kann ich nicht genau sagen, wie ich selbst darauf reagieren würde. Aber falls ich aufgrund von gesundheitlichen Gründen etwas nicht durchziehen kann, ist es mir nicht wert weiterzumachen, nur um am Ende sagen zu können „ich habe kein einziges Training ausfallen lassen, ich habe kein einziges Mal gesündigt, bin dafür aber zwei Wochen nicht aus dem Haus gegangen, weil mein Körper nicht mehr mitspielen wollte“.

Falls ich etwas, aufgrund von Zeitmangel, da mir die Uni wichtiger ist oder da Haushaltspflichten rufen, an ein/zwei/drei Tagen nicht durchziehen kann, würde auch das nicht das Ende der Fastenzeit bedeuteten, sondern noch mehr Planung, weniger Herumzettelei bei unwichtigen Dingen und mehr Fokussierung auf das wirklich Wichtige.

Fazit

Für manche mag das unmöglich klingen, da es doch ein paar Punkte sind, aber für mich sind das wichtige Dinge, die ich ausprobieren will und auch schaffen kann und werde.

Mich würde interessieren, was ihr euch für die Fastenzeit vorgenommen habt. Vielleicht hat ja jemand auch so teilweise absurde Ideen, wie ich sie schon hatte?

Ich werde nach der Fastenzeit natürlich davon berichten, was ich alles geschafft habe, da ich es genauestens mitschreiben werde.

Ich hoffe euch hat der Beitrag gefallen und wünsche euch noch einen schönen Faschingsdienstag!
Lisa


3 Gedanken zu “Fastenzeit

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