Tomatensuppe

Falls ihr zu den glücklichen zählt, die einen Gemüsegarten zu Hause haben, kennt ihr sicher folgendes Problem: Gemüse ausreichend für ein ganzes Dorf – nicht?

Ich stehe gerade vor erwähntem Problemchen, da meine Familie auf Urlaub ist und ich aber bei ihnen zu Hause: Mittlerweile zwölf Gurken (nein, ich rede nicht von dünnen Gurken, wie sie es im Geschäft zu kaufen gibt; ich rede von Gurken mit einem Durchmesser von teilweise 15 Zentimetern), 3 Zucchini, die länger als mein Unterarm inklusive gestreckter Finger und doppelt, wenn nicht sogar dreimal so breit sind (ich habe ein Beweisfoto, falls ihr das nicht glaubt 🙂 ), achtzehn Salate und weitere sind noch nicht ganz reif (thanks god!), Karotten als Jahresvorrat (backe eh demnächst Karottenkuchen, aber das ändert an der vorhandenen Menge auch nichts), drei Kohlrabi und Tomaten. Nein, nicht eine Handvoll Tomaten, eher 3 Kübel voll Tomaten. Dass ich nun nicht jeden Tag Lust habe, zu Mittag und am Abend gebratene Zucchini oder Tomatensalat zu essen, ist wohl auch klar.

Ich will mich auch nicht beschweren, ich liebe die Tatsache, dass ich kein Gemüse (und auch kein Obst) einkaufen muss und die Sachen frisch aus dem Garten ohne Spritzmittel ernten kann. Das ist für mich die pure Erfüllung! Aber was mich leicht überfordert, ist die Anzahl an Gemüse. Ich bin ein Mensch, der kein Essen wegwirft und es nicht mitansehen kann, wenn etwas verfault (weil zu viel im Garten) oder weil umsonst eingekauft (passiert mir auch nicht, ich habe das gut im Griff). Aber genau da liegt der Haken: Ich kann keinen Kohlrabi und keinen Tomatensalat mehr sehen. Gurken gehen noch und Zucchini auch, aber beim Rest würde ich am liebsten alles verschenken, weil ich schon zu viel davon gehabt habe. Die Zucchinis kann ich Gott sei Dank ein paar Tage im Keller lagern, ohne dass sie verderben, ebenso die Gurken oder die Karotten. Die Tomaten habe ich schon etwas übersehen und sie sind leicht runzelig, aber kein Problem, ich werde daraus die weltallerbeste Tomatensuppe kochen. Und das führt mich auch fast zum Rezept.

Vorerst möchte ich noch etwas Abstruses verraten: Ich mag keine Tomatensauce. Nudeln mit Tomatensauce sind das schrecklichste Pastagericht, das ich mir vorstellen kann. Pizza mit Tomatensauce – weg damit. Gemüse in Tomatensauce – naa bitte nicht unbedingt. Ratatouille à Lisa (ohne viel Tomatensaft) okay. Chili sin carne mit wenig Tomatensaft auch in Ordnung. Tomatensuppe – ja bitte und noch viel mehr davon! Fragt bitte nicht warum, aber ich mag die Kombination von Tomatensauce (auch wenn sie noch so dickflüssig und aromatisch ist) mit Gemüse, Getreide, Teigwaren, etc. einfach nicht. Genauso wie mir kein Krokodil-/Känguru-/Aal-/etc.- Fleisch, Innereien oder sonstige Lebensmittel, die mir nicht schmecken oder vor denen mir graut, nicht auf den Tisch kommen, kommt mir vorhin Erwähntes nicht auf das Teller.

Nun genug geschrieben – heute möchte ich euch meine allerliebste Tomatensuppe vorstellen. Ich habe lange nach diesem Rezept gesucht und getüftelt, aber es nie so richtig hinbekommen, bis ich letzte Woche den Erfolg feiern konnte. Ich wollte eine gesunde, dennoch cremige und eher dickflüssige Suppe ohne Crème fraîche, Sahne, Cremefine, Kokosmilch oder Sonstigem haben. Weiters wollte ich die Suppe nicht passieren müssen oder die Tomaten davor häuten. Ihr seht – vom Aufwand her sollte sie sehr einfach sein. Bei meinen Eltern zu Hause hätte ich schon das passende Equipment und auch ausreichend Platz dafür, aber ich will die Suppe auch bei mir zu Hause im Studentenheim kochen können und dafür bedarf es an geringem Aufwand.

Die Suppe hat eine geheime Zutat, die absolut nicht vorsticht und vermutlich einer der Gründe ist, warum sie so cremig ist: Kürbis. Von der Menge her zwar zwei Drittel des Gewichtes der Tomaten, also doch ordentlich, aber nicht herausschmeckend. Viele Tomaten, etwas Gemüsebrühe und das sind im Groben auch schon die wichtigsten Zutaten. Ich schreibe jetzt nicht mehr länger um den heißen Brei herum und verrate euch die genauen Mengenangaben der Zutaten und die Zubereitungsschritte.

Ich hoffe, euch schmeckt die Suppe! Falls ihr noch eine andere Suppe, die ich ebenfalls liebe und schon sooo oft gemacht habe, ausprobieren wollt, kann ich euch meine Kürbissuppe wärmstens empfehlen. Gutes Gelingen und guten Appetit!
LISA

tomatensuppe.jpg

2 große Portionen als Hauptspeise ohne Beilage | Vegan | 30 Minuten

Zutaten:

  • 600g (Fleisch-)Tomaten
  • 400g Kürbis
  • 2 kleine Zwiebel
  • 1 TL Öl
  • 4 EL Tomatenmark
  • 1 EL Dinkelmehl
  • ¼ – 3/4 l Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • evtl. Salz, Pfeffer
  • evtl. 1 Prise Zucker, wenn der Kürbis keine süße Sorte ist

Zubereitung:

  1. Tomaten und Kürbis in Stücke schneiden. Zwiebel feinwürfelig schneiden mit den Tomaten- und Kürbisstücken in Öl glasig anschwitzen.
  2. Das Tomatenmark hinzufügen, mit Mehl stauben, alles gut durchrühren, mit Suppe aufgießen (lieber noch nicht alles und danach dann noch zugießen) und das Lorbeerblatt hinzufügen. Falls die Suppe nicht schon aromatisch genug ist, mit Salz, Pfeffer und (wenn benötigt) Zucker abschmecken und zugedeckt 20 Minuten dünsten.
  3. Das Lorbeerblatt entfernen und die Suppe pürieren.

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